Die Autorin und Wissenschaftsjournalistin ROSEMARIE BENKE-BURSIAN heißt Sie herzlich willkommen
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 Vorlesegeschichten

Leseproben

Emil mit den vielen Füßen

und andere Tiergeschichten

 

 

Eine Apotheke für die Waldtiere

 

Es begann damit, dass Igor Igel sich beim Fußball spielen den Fuß verstauchte. Hugo Hase hüpfte aufgeregt um Igor herum und rief: „Wenn der mal nicht sogar gebrochen ist! Auweh, was wird dann mit unserem Spiel gegen den FBV Kiefernwalde am Sonntag?“
„Jetzt immer mit der Ruhe“, sagte Haribert Hamster und zog die Stirn in Falten. „Kannst du laufen?“ fragte er Igor, der am Boden saß und sich den Knöchel rieb.
„Laufen? Ich kann ja nicht mal stehen!“ wimmerte Igor und verzog das Gesicht.
„Wir müssen ihn zu Egon Eule bringen. Der muss ihm helfen und gesund machen“, sagte Haribert und Manfred Maus nickte heftig. Dieter Dachs, Edgar Eichhörnchen, Fabian Fuchs, und Konrad Kaninchen hoben Igor auf eine Decke, und trugen ihn zu Doktor Egon Eule den Tierarzt der Waldtiere.
„Oh, da kommt ja der ganze TSV-Waldwiese anmarschiert“, staunte Doktor Eule und hob fragend die Augenbrauen. Dann fiel sein Blick auf den unglücklichen Igor in ihrer Mitte. „Ihr habt wohl einen Verletzten“, mutmaßte er und Igor nickte bekümmert. „Ich bin einfach umgeknickt. Da war so eine blöde Wurzel, die ich nicht gesehen habe und bumms ist es passiert. Abgerutscht und umgeknickt. Und dabei ist das so ein wichtiges Training heute. Wir wollen doch den FBV Kiefernwalde am Sonntag endlich einmal schlagen. Dauernd witzeln die und behaupten, wir würden nicht ein einziges Tor gegen sie schießen.“
„Na, dann wollen wir mal schauen.“ Doktor Eule besah sich Igors Fuß ganz genau, drückte hier und dort –– Igor zuckte jedes mal zusammen – drehte ihn ein bisschen nach links – Igor stöhnte leise – und dann nach rechts – Igor schrie Auuuhhh!
„Der Knöchel ist verstaucht.“ Doktor Eule richtete sich auf und gab seine Anweisungen: „Ich brauche essigsaure Tonerde und einen elastischen Verband.“ Und als sich niemand rührte rief er ungeduldig: „Na los, los, worauf wartet ihr noch?“

 

Und so kam alles in Gang. Es stellte sich nämlich heraus, dass niemand essigsaure Tonerde oder einen elastischen Verband zu Hause hatte. Eigentlich wussten die kleinen Fußballspieler nicht einmal, was essigsaure Tonerde überhaupt war.
„So geht das nicht weiter“, hatte Doktor Eule geschimpft. „Wie soll ich meine ärztliche Arbeit verrichten, wenn nie da ist, was ich oder die Patienten brauchen? Letzte Woche bin ich schon bis weit hinter die Rabenhügel geflogen, nur um ein bisschen Arnika zu besorgen. So kann ich niemandem helfen.“ Die Jungen hatten mit hängenden Köpfen um ihn herumgestanden. Was würde jetzt aus Igor? Doktor Eule hatte geseufzt und Igors Fuß notdürftig mit Blättern und Halmen stabilisiert. Dann war er fort geflogen, um alles Notwendige zu besorgen.
...
 
 
Emil mit den vielen Füßen
 
...
„Na, mein Herr? Ein paar schöne Schuhe gefällig?“
Was? Wie? Emil drehte den Kopf nach recht, dann nach links. Wer hatte denn da gesprochen?
„Ich habe gerade welche auf Lager. Wunderbare Schuhe aus feinstem Material. Weich und geschmeidig. Die würden sich ganz herrlich an Ihren Füßen machen.“
Emil schaute nach oben, denn von dort meinte er die Stimme zu gehört zu haben.
Tatsächlich. Das saß eine Schnake über ihm auf einem Grashalm und schaute zu ihm herunter.
„Hallo Schnake. Hast du mit mir gesprochen?“, fragte Emil sicherheitshalber.
„Schuster bitte. Mein Name ist Schuster“, sagte die Schnake
„Schuster?“
„Genau. So werde ich genannt. Und deshalb kannst du von mir auch Schuhe bekommen. So, wie es sich für einen Schuster gehört.“ Schuster kam den Halm heruntergelaufen und baute sich direkt vor Emil auf. „Wo willst du denn hin?“
„Zum Bach, eine neue Wohnung suchen“, sagte Emil. „Ist das noch weit?“
„Ja. Sehr weit sogar“, sagte Schuster. „Ohne Schuhe überhaupt nicht zu machen!“
„Oh“, sagte Emil und senkte den Kopf. „Und du hättest welche?“
„Ja, doch, sag ich ja.“ Schuster rieb die beiden vorderen Beine aneinander und sah Emil an. „Mhmm, ja, sind natürlich viele“, meinte er und starrte auf Emils Füße.
„Tausend“, sagte Emil stolz und reckte den Kopf.
Das klingt wirklich viel“, sagte Schuster, spreizte seine Flügel und kratze sich mit einem Bein am Kopf.
„Tja, so viele Schuhe hast du wohl nicht, was?“, meinte Emil und wusste nicht ob er stolz oder betrübt darüber sein sollte. So ein paar Schuhe an den Füßen, das würde seinen Marsch bestimmt erleichtern.
„Mhmm. Lass mal überlegen. Also, ich habe sechs Beine“, begann Schuster. „Und auf jeden Fall habe ich so viel Schuhe, dass ich jeden Tag der Woche ein paar andere anziehen könnte. Und danach sind noch genau für die Hälfte meiner Beine welche übrig. Das heißt“, Schuster machte eine Pause und schaute am Halm hoch, als könne da eine Antwort stehen. „Das heißt, bei Tausend muss ich dann noch mal ...“ Nun trippelte er von einem Bein auf ein anderes. „Also das ist ungefähr so viel wie zehn mal so viel und dann das Ganze doppelt!“, sagte er schließlich und sah Emil triumphierend an. Dann marschierte er um den Tausendfüßer herum, wie um sich zu vergewissern, dass dieser wirklich so viel Füße hatte.
„Hä?“, sagte Emil, der schon bei den Wochentagen der Rechnung nicht mehr hatte folgen konnte. „Öh, ja, das klingt jedenfalls ganz schön viel, was du da ausgerechnet hast“, meinte er dann.
Schuster strahlte. „Sag ich doch. Viele. Und das ist doch genau die Menge deiner Beine.“
...
 
 
Martina, die kleine Spinne
 
Es war einmal vor gar nicht so langer Zeit und ganz in Eurer Nähe, da saß in einer dunklen Kellerecke eine kleine Spinne und weinte bitterlich. Martina, so hieß die Spinne, war erst wenige Tage alt, doch schon sehr unglücklich. Denn in den wenigen Tagen ihres Lebens hatte sie erfahren müssen, dass sie das hässlichste Geschöpf auf Erden sei.
„Pfui, eine Spinne!“ riefen die Menschen, wenn sie sie sahen, oder „Igittigittigit“, oder auch „Hilfe, eine Spinne!“ Dabei schlugen sie wild mit den Armen um sich, sprangen auf oder traten mit den Füßen nach ihr. Martina hatte nur entkommen können, weil sich die Menschen zu sehr ekelten, um sie überhaupt anzufassen. So hatte sie sich schließlich in diese dunkle Ecke zurückgezogen.
„Niemand mag mich. Niemand braucht mich. Was soll ich nur hier?“, dachte sie. „Am besten, ich verlasse diese Welt gleich wieder.“ Sie schloss die Augen und verabschiedete sich von der Welt und von der dunklen Kellerecke.
Martina wartete. Es passierte jedoch nichts. Überhaupt nichts. Und wie sie so dahockte und wartete, merkte sie mit einem Mal, dass sie schrecklichen Hunger hatte. Ihr Magen knurrte so laut, dass sie befürchtete, jemand könne sie hören und finden. Außerdem war das Hungergefühl sehr unangenehm. „So wird das nichts“, dachte Martina und beschloss zunächst etwas zu fressen. Die Welt verlassen konnte sie später immer noch. Wenn sie satt war.
...

Tierische Weihnachten

 

Siggi möchte Weihnachten feiern

 

“Aber dieses Jahr, dieses Jahr bleibe ich auf. Jetzt bin ich ja schon soooo groß!“ Siggi richtete sich auf seinen vier kurzen Beinchen so hoch auf, wie er nur konnte und stellte die Stacheln in die Höhe.
Mama Igel schüttelte den Kopf. „Das hat mit Größe gar nichts zu tun. Igel müssen Winterschlaf halten. Das ist einfach so.“
„Genau“, tönte es aus dem Blätterhaufen. „Wer nicht schläft zur Winterszeit, im Frühjahr nicht lange am Leben bleibt. Alte Igel-Weisheit.“ Großvater Igel schob seine angegraute Schnauze zwischen den Blättern hervor. „Wo bleibt ihr denn?“ brummelte er.
„Sie warten vermutlich auf mich.“ Papa Igel tauchte aus dem Gestrüpp unter den Bäumen auf und sah Siggi und Mama Igel an. „Sind alle bereit?“
„Die Kleinen liegen schon in ihrem Winternest“, sagte Mama Igel „und Siggi und ich sind auch so weit.“
„Aber ich wollte doch wenigstens einmal Weihnachten feiern.“ Siggi schaute enttäuscht zu seinen Eltern. Da hatte ihm sein Freund Hops der Hase wohl was Falsches erzählt. Der hatte nämlich behauptet, je älter er wurde, umso länger durfte er wach sein. Und so tolle Weihnachtsgeschichten hatten sie alle erzählt. Von einem Nikolaus, von vielen Lichtern, von gutem Essen, vom Weihnachtsmann und tollen Geschenken. Selbst Oskar, der Frosch, hatte an wärmeren Weihnachtstagen schon am Fest teilgenommen.
Und nur, weil sie immer Winterschlaf machten, sollte Siggi das nicht erleben? Das konnte doch einfach nicht sein!
„Für Igel gibt es kein Weihnachten. Und jetzt keine Diskussion mehr. Jetzt wird geschlafen.“ Papa Igel schob Siggi in den Blätterhaufen. Für diesmal hatte Siggi keine Argumente mehr. Nächstes Jahr musste er das anders vorbereiten. Viel besser!

 

Als Siggi im Frühjahr aus dem Winterschlaf erwachte, hatte er einen Riesenhunger und zog los um etwas Fressbares zu finden. Seine Eltern, Geschwister und der Großvater taten es ihm gleich.
„Wer nicht frisst zur Frühjahrszeit, im Sommer nicht lange am Leben bleibt. Alte Igel-Weisheit“, brummte der Großvater und verspeiste einen besonders großen Regenwurm.
„Ja, fresst euch ordentlich satt“, sagte Papa Igel und schob Siggis Geschwister zu einer Stelle, an der sich ganz viele Kellerasseln tummelten.
Siggi kaute auf einem Tausendfüßler herum und ließ dabei einen kleinen Käfer, der von ihm weg krabbelte, nicht aus den Augen. Schließlich war er satt und dachte an Weihnachten. Rasch machte er sich auf die Suche nach seinen Freunden, die ihm helfen sollten, einen Plan zu schmieden.
Hops kräuselte die Nase und sagte nichts. Schließlich hatte Siggi gerade darüber gemeckert, dass sein Ratschlag nicht geholfen hatte.
Mia Feldmaus lag neben Hops und schielte auf die große Nuss, an der Felix, das Eichhörnchen, herum knabberte. Felix schielte zurück, und immer wenn Mia zuckte, hörte er zu knabbern auf, duckte sich und schien, als wolle er gleich wegspringen. Die Nuss war angeblich die letzte aus seinem Wintervorrat. Oskar, der Grasfrosch blinzelte mit den Augen und wiegte seinen Kopf.
„Hört ihr mir überhaupt zu?“ Siggi schaute empört in die Runde. Das waren ja feine Freunde, ständig  nur mit sich selbst beschäftigt.
„Schadoch“, quetschte Felix zwischen zwei Bissen hervor und ließ dabei einen kleinen Brocken der Nuss fallen. Noch ehe er reagieren konnte, war Mia vorgeschnellt, hatte das Nussstück geschnappt und in sichere Entfernung geeilt, wo sie es dann herunterschlang.
„Könnt ihr eigentlich noch was anderes als fressen?“ schimpfte Siggi.
„Schadoch“, sagte Felix, schluckte den letzten Bissen herunter und ergänzte: „Klauen.“ Dabei funkelte er Mia Maus an.
„Schlafen“, sagte Oskar und machte beide Augen zu.
Hops kräuselte seine Nase, sog hörbar die Luft ein und sagte dann doch nichts.
„Wollt ihr mir nun helfen, Weihnachten zu feiern, oder nicht?“, fragte Siggi und schaute alle der Reihe nach an.
„Na klar“, sagte Felix. Oskar machte die Augen auf und nickte heftig. Mia Maus kam wieder heran getippelt und setzte sich neben Hops, der mit den Schultern zuckte. „Und wie?“
„Ich habe eine Idee“, sagte Mia. „Du musst einfach vorschlafen.“
„Vorschlafen?“ Siggi überlegte, wie Mia das meinen konnte.
„Natürlich. Super.“ Felix schien kein bisschen mehr böse. „Das ist die Lösung! Du schläfst jetzt bis zum Herbst jeden Tag ein bisschen auf Vorrat. Dann hast du im Winter so viel überzähligen Schlaf, dass es mindestens bis Weihnachten reicht.“
„Vorschlafen ist eine klasse Idee“, sagte Oskar, „ich helfe dir dabei.“ Mit diesen Worten klappte er die Augen wieder zu.
„Klingt gut, “ meinte Hops, „aber ob es funktioniert, weiß ich natürlich nicht, also ich meine, ich möchte nicht wieder Schuld sein …“
„Ach was, Hops!“ Siggi klopfte seinem Freund auf den Rücken. „Ich weiß ja, dass du es gut gemeint hast.“
Hops strahlte. „Also in dem Falle würde ich dir zum Vorschlafen raten“, sagte er.
So war es beschlossene Sache.
Siggi nutze nun jeden Tag, um ein bisschen vorzuschlafen. Schließlich dachte Mama Igel, er sei krank, weil er so viel schlief, und wollte Doktor Eule holen.
„Wer viel schwächelt zur Sommerszeit, im Herbst nicht lange am Leben bleibt“, brummelte der Großvater.
„Ich weiß, alte Igel-Weisheit“, sagte Siggi und sah sich gezwungen, seiner Mutter von dem Plan erzählen. Die schaute erst verblüfft, dann lächelte sie und sagte nichts mehr.
Als es Zeit für den Winterschlaf war, fühlte sich Siggi tatsächlich kein bisschen müde, ließ sich aber von Mama Igel überreden, erst einmal zu allen ins Nest zu kriechen. Schließlich würde es draußen bitterkalt und Weihnachten könne er dann ja rausgehen. Siggi war einverstanden und schloss die Augen. Noch ein bisschen vorschlafen, war vielleicht auch nicht verkehrt.

 

 

Der vollständige Text kann auch in der Weihnachts-Textwerkstatt 2015 von  Annette Paul gelesem werden

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