Die Autorin und Wissenschaftsjournalistin ROSEMARIE BENKE-BURSIAN heißt Sie herzlich willkommen
    Die Autorin und  Wissenschaftsjournalistin                   ROSEMARIE BENKE-BURSIAN                          heißt Sie herzlich willkommen         

Spannung

Krimis, Grusel, Mystery u.ä.

Leseproben

Dunkel war's

 

Ein Auto unter Verdacht

 

Es war ein wunderschöner, fast frühlingshafter Tag im Januar. Gertrud und Theodor gingen ihren Lieblingsweg: Ein für ´Fahrzeuge aller Art´ gesperrter Pflasterweg, der sich aus dem Dorf hinaus zwischen Wiesen und Felder in ein nahe gelegenes Wäldchen schlängelte. Hier konnten sie die Stille, das Rauschen des Windes und an diesem sonnigen Tag sogar lebhaftes Vogelgezwitscher genießen. Schweigend und bedächtigen Schrittes gingen sie nebeneinander. Theodor, der nicht mehr so gut bei Fuß war, stützte sich mit einem Stock ab. Auf der anderen Seite hatte sich Gertrud - wie immer - bei ihm eingehakt. Kurz bevor sie das Wäldchen erreichten, sah Gertrud das verlassene Auto am Straßenrand. Sofort kam Leben in ihr Gesicht.

„Sieh mal Theodor, das Auto da."
„Ja, ja", brummte er, „was die Leute so alles rumliegen lassen."
„Hmm. Ist schon merkwürdig nicht? Ich meine, dass das hier so abgestellt ist."
„Was soll da merkwürdig sein? Hat wohl jemand eine Panne gehabt."
„Ausgerechnet hier? Und überhaupt, hier darf ja gar kein Auto fahren."
„Tja, da wollten vielleicht welche ungestört sein." sagte Theodor und versuchte Gertrud zum weitergehen zu bewegen. Diese Unterbrechung des friedlichen Spaziergangs passte ihm gar nicht.

Gertrud machte sich von ihm los und ging näher an das Auto heran.
„Das sieht wie versteckt aus, findest du nicht?“
„Ich sag ja: Schäferstündchen“
„Ach Theodor. Jetzt bleib doch mal ernst. Ich denke da an ganz was anderes.“
„Und was bitte?“
„Erinnerst du dich nicht? Letzte Woche in dieser Fahndungssendung im Fernsehen. Du weißt schon, der Bankraub in Mühlfelden.“
„Nee, ich erinnere mich nicht. Außerdem ist das über 100 Kilometer von uns entfernt.“
„Was sind schon 100 Kilometer. Das Fluchtauto der Bankräuber war jedenfalls genau so eines wie dieses.“
„Ach Gertrud, du schaust zu viele Krimis. Komm jetzt weiter.“
„Theodor!“
„Was ist denn nun schon wieder?“
„Theodor, hier ist die Aktenmappe!“ Triumphierend hob Gertrud eine braune Aktentasche in die Luft. „Eine braune Aktenmappe. Genau wie bei dem Überfall.“
Misstrauisch beäugte Theodor die Tasche. „Die sieht aber schon ziemlich alt und mitgenommen aus. Wo hast du die denn her.“
„Die lag da vorne im Graben.“
„Die hat einfach jemand weggeschmissen.“
„Natürlich. Und zwar die Bankräuber. Jetzt, nachdem alle Leute das Auto und die Aktentasche von der Sendung her kennen.“
„So sehen doch alle Aktentaschen aus.“
„Aber in dieser war das Geld drin. Schau Theodor.“ Gertrud hatte die Aktentasche geöffnet und eine leere Plastiktüte herausgefischt. „Hier ist die Tüte, in die die Bankräuber das Geld gewickelt hatten.“
„Eine Plastiktüte wie jede andere.“ Theodor schnaufte hörbar aus. Langsam ging er zu dem Wagen hin und spähte er durch das vordere Seitenfenster.
„Siehst du was?“ rief Gertrud ihm zu.
Als Theodor nicht antwortete sondern weiter durch die Scheibe starrte, kam Gertrud neugierig zum ihm hin.
„Was siehst du da?“ fragte sie und presste ihr Gesicht ebenfalls an die Scheibe.
Auf der Rückbank lagen einer blauer Wollstrickpullover und eine dunkelblaue Wollmütze, so eine mit Zusatzstrickteil, den man wie einen Kragen um den Hals legen konnte, oder vor das Gesicht .... Und halb vom Beifahrersitz verdeckt lag ein 10 Mark Schein.
„Glaubst du mir jetzt?“ flüsterte Gertrud.

 

                                                                                  

 

Dunkel war´s, der Mond schien helle

 

Dunkel war's, der Mond schien helle, Schneebedeckt die grüne Flur, Als ein Auto blitzesschnelle Langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute Schweigend ins Gespräch vertieft, Als ein totgeschossner Hase Auf der Sandbank Schlittschuh lief.
Und der Wagen fuhr im Trabe Rückwärts einen Berg hinauf. Droben zog ein alter Rabe Grade eine Turmuhr auf.
Ringsumher herrscht tiefes Schweigen Und mit fürchterlichem Krach Spielen in des Grases Zweigen Zwei Kamele lautlos Schach.

***

„Oh Mann, ist das dunkel hier. Mach doch mal Licht, ich seh ja die Hand vor Augen nicht!“
„Hab doch schon längst die Scheinwerfer an, Kalle. Biste blind geworden?“
„Oh cool! Jetzt sehe ich Licht. Das sind aber nicht deine Scheinwerfer, das ist der Mond!
„Nee, Mond ist nicht, Kalle, da bin ich ganz sicher. Guck doch, wie es über die Straße huscht.
„Ja huscht. Husch, husch. Mensch, Schizzo, du fährst zu schnell. Der Mond rast ja voll durch die Bäume.
„Scheinwerfer, Kalle, das sind die Scheinwerfer. Pass auf, hier ist der Schalter, wenn ich den dreh, siehste, dann is dunkel."

Tödliche Begegnungen

 

Was wirklich geschah

 

„Hallo, können Sie mich hören?“ Simone versuchte sich zu erinnern, wem diese Stimme gehören könnte, doch es gelang ihr nicht.  
--- 
„Es fühlt sich schlimmer an, als es ist“, sagte die Unbekannte, „Sie haben viel Glück gehabt.“ Glück gehabt? Simone versuchte sich zu erinnern. Wieso Glück gehabt? Wobei Glück gehabt? Fragend schaute sie die junge Frau an.
„Sie sind hier in der Theresien-Klinik, auf der Unfall-Station. Sie hatten einen Auto-Unfall. Erinnern Sie sich?“ 
--- 
„Na, prima, sie trinken ja schon“, erklang eine sonore Stimme. Ein Arzt trat an Simones Bett. „Ich bin Dr. Ackermann. 
--- 
„Das wird alles wieder. Außerdem haben Sie sich eine Rippe gebrochen und das rechte Schlüsselbein. Der Bruch ist aber glatt und wird gut verheilen. Das war´s. Sie haben verdammt Glück gehabt, nach allem, was ich weiß.“ Schon wieder dieses Glück gehabt. Simone schloss kurz die Augen. Sie fühlte sich kein bisschen glücklich. Nein. Ganz und gar nicht. Ein ungeheurer Druck lastete auf ihrem Brustkorb. Das konnte doch kaum die eine gebrochene Rippe sein, oder? Sie blickte dem Arzt in die Augen. Verschwieg er etwas? „Übrigens war die Polizei schon da und wollte wissen, wann sie mit Ihnen sprechen kann. Wie ist es? Kann ich sagen, Sie fühlten sich gut genug, um Fragen zu beantworten?“ Dr. Ackermann schaute Simone freundlich aber - so meinte sie jedenfalls - auch etwas distanziert an. „Warum nicht“, antwortete sie. „Viel kann ich sowieso nicht sagen. Ich habe fast keine Erinnerung. Das ging alles so schnell ...“ Dr. Ackermann nickte wieder und stand auf.  
--- 
„Frau Weber, ich bin Kriminalkommissar Jäger und das ist mein Kollege Weissenborn. Wir möchten Ihnen ein paar Fragen stellen.“ Simone nickte. „Können Sie sich noch an die Ereignisse vor dem Unfall erinnern?“ Kommissar Jäger hatte sich auf den Stuhl neben dem Bett gesetzt, während sein Kollege im Hintergrund stehen blieb. „Es ging alles so schnell“, begann Simone. „Ich habe keine Ahnung, was eigentlich passiert ist. Die Straße war so unglaublich dunkel und dann - ja dann hat´s geknallt. Ein lauter Knall und und ... dann weiß ich nicht mehr.“
--- 
Sie sind ganz offensichtlich ziemlich schnell gefahren. Hatten sie es eilig?“
Eilig? Ja sie war eilig gewesen. Simone erinnerte sich. Sehr eilig.  
---
 Simone schaute den Kommissar an, als begriffe sie erst jetzt richtig, wen sie vor sich hatte. „Wieso ... wieso kommt da die Kriminalpolizei?“

 

Seitensprünge und Affären

 

Ins Netz gegangen
 

Susanne war diesen Weg schon oft gegangen, trotzdem kam er ihr heute fast fremd vor. Vermutlich weil sie bisher noch nie so offen hier entlang gelaufen war. Geschlichen war sie, versteckt hinter Bäumen und Gebüsch, damit Peter sie nicht entdecken konnte. Doch heute musste sie sich nicht verstecken, heute war sie Peter. Er dagegen würde gar nicht kommen können. Eine günstige Gelegenheit, die günstige Gelegenheit.
Heute würde sie der Affäre zwischen Peter und „seiner“ Miriam ein Ende bereiten. Ihr einfach sagen, dass Schluss sei, dass er nichts mehr mit ihr zu tun haben wollte. Wenn nötig, würde sie richtig böse Worte finden. Hauptsache, Miriam machte sich davon und gab Peter keine Chance mehr. Irgendwie. Einen genauen Plan hatte sie nicht. So eine wie Miriam war ja gar nicht richtig einschätzbar. Susanne musste sich da einfach auf ihre Intuition verlassen, das wusste sie. Ein Umstand, der sie nervöser machte, als sie vor sich selbst zugeben wollte. So klammerte sie sich mit ihren Gedanken an das, was sie wirklich vorwärts trieb, ihre unabdingbare Entschlossenheit, und schritt kraftvoller aus. Heute würde sie Peter von dieser widerlichen Unperson befreien. Egal wie.
Susanne verschwendete keinen Blick zu viel an die exotisch anmutende Landschaft in diesem Teil des Parks, der sich für Liebesaffären regelrecht anbot. Was hieß hier anbot, er war ganz offensichtlich haargenau dafür geschaffen worden. Sie schüttelte widerwillig den Kopf. Einfach unglaublich. Wer sich das ausgedacht hatte, der gehörte abgestraft.
Im nächsten Augenblick stand sie vor der Laube, in der Peter sich mit Miriam zu treffen pflegte, jeden Dienstag- und Donnerstagabend und seit neuestem auch noch Samstagnacht. Und manchmal sogar sonntags. Ganz langsam, fast unmerklich hatte er sich von ihr, Susanne, entfernt und es hatte sie einige Mühe gekostet, diese neue Leidenschaft zu erkennen. Peter verhielt sich wie ein Süchtiger und seine Droge war dieser Ort mit Miriam als Hauptdarstellerin.
Mit zittrigen Fingern versuchte Susanne sich darauf zu konzentrieren, was sie jetzt zu tun hatte.

Grenzen

 

Jenseits aller Grenzen

 

Der Tipp kam von einem Journalisten: Gegen Mitternacht sollte ein LKW die deutsch-österreichische Grenze passieren, der Kühlfleisch und elf Flüchtlinge transportierte: Fünf Männer, vier Frauen, alle sehr jung oder Jugendliche, zwei Kinder.
Der Journalist unterstrich, dass sein Informant, den er natürlich nicht preisgab, aus dem unmittelbarem Umfeld der Schleuserbande käme. Anscheinend hatte der Skrupel bekommen, denn mit den Flüchtlingen würde mehr als nur Schleppergeld verdient.
Hauptkommissar Nils Behrend kannte den Journalisten als seriös und zuverlässig. Daher traf er sofort entsprechende Vorkehrungen. Ein Trupp Beamte wurde strategisch so positioniert, dass eine Überrumpelung des LKW-Fahrers schon bald nach der Grenze möglich war.
Alles lief nach Plan. Der Sattelschlepper stoppte in der vorgesehenen Haltebucht und die Beamten kontrollierten Papiere und Laderaum: Frischfleisch bis ins hintere Eck.
Ohne den Tipp hätte Nils auf diesem Wagen niemals Flüchtlinge vermutet. Wo also konnten sie sein? Irgendwo zwischen den ganzen Waren versteckt?
Da das Fleisch durchgängig gekühlt werden musste, verbot es sich, es auszuladen. So zwängten sich die Beamten zwischen die Waren, schoben sie hin und her, leuchteten mit Taschenlampen in alle Winkel: Kein Flüchtling.
Der polnische Fahrer des Sattelschleppers wurde zusehends ungeduldiger, dann pampig. Er hatte schließlich Termine einzuhalten. Man sehe doch, dass alles in Ordnung sei.
Nils überlegte. Hatten die Schlepper Wind von der Aktion bekommen? Die Flüchtlinge auf eine andere Route geschickt? War dies eine Finte, der auch der Journalist aufgesessen war?

„Einen Moment noch“, sagte er und telefonierte.

 

 

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