Die Autorin und Wissenschaftsjournalistin ROSEMARIE BENKE-BURSIAN heißt Sie herzlich willkommen
    Die Autorin und  Wissenschaftsjournalistin                   ROSEMARIE BENKE-BURSIAN                          heißt Sie herzlich willkommen         

Gemeinschaftsgeschichten aus der Kinder- und Jugend-Schreibwerkstatt Tutzing

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Aufregung im Zoo

von Veronika (11), Celine (13)
 

Als das Zebra eines Morgens aufwachte, fühlte es sich merkwürdigerweise
sehr nackt.
Kann ja nicht sein, dass ich nackt bin, sagte es sich und trabte für seine morgendliche Gymnastikübung aus dem Stall.
„He, was machst du denn hier? Du gehörst doch in den Pferdestall!“, rief die Giraffe aus dem Nachbargehege herüber.
„Bist du etwa noch nicht richtig wach oder was? Bin ich vielleicht ein Pferd?“
„Was denn sonst, oder denkst du etwa, du bist ein Zebra?“, lachte die Giraffe „Ein Zebra ohne Streifen habe ich aber noch nie gesehen.“
Das Zebra schaute verdutzt an sich herunter und erschrak. „Hilfe, jemand hat meine Streifen gestohlen!“
„Ja sicher! Vorhin habe ich erst fünf Wespen mit schwarzen Streifen gesehen. Das waren dann bestimmt deine“, sagte die Giraffe und kugelte sich vor Lachen auf dem Boden.
Das Zebra war so wütend, dass es keine Antwort gab. Stattdessen machte es sich auf, um seine Streifen zu suchen.
Neben dem Löwengehege sah es einen Tiger in der Sonne dösen.
„He, du frecher Löwe! Hast einfach, während ich schlief, meine Streifen geklaut!“, schrie es erbost.
„Wie kannst du es wagen, mich einen Löwen zu nennen, wo ich doch ein ganz gefährlicher Tiger bin?“ Der Tiger sprang empört auf und fletschte die Zähne. „Die Streifen gehören mir, du
dummer Esel.“
Das Zebra schreckte verängstigt zurück und galoppierte schnell weiter. Mit dem unheimlichen Gesellen wollte es sich lieber doch nicht einlassen.
Bei den Wildschweinen kam das Zebra schließlich zum Stehen. Mutter Wildsau hatte Junge bekommen. Alle waren gestreift.
„Warum hast Du das gemacht? Gib mir sofort meine Streifen wieder!“ Zur Betonung stampfte das Zebra mit den Hufen auf.
„Das könnte Dir so passen, du alter Gaul. Willst wohl mit den Streife meiner Kinder ein Zebra werden, was?“ Die Wildsau schnaubte und fauchte, dass die anderen Wildschweine aufmerksam
wurden und herbeigerannt kamen. Kurz darauf sah sich das Zebra einer wütenden Wildschweinhorde gegenüber und rannte so schnell es konnte. Mit diesen finsteren Gesellen
wollte es sich lieber nicht anlegen.
Bei den Elefanten kam es schließlich wieder zum Stehen. Hier herrschte offensichtlich große Aufregung. Eine der jungen Elefantenkühe schien schwer krank zu sein. Sie war über Nacht
nicht nur rapide abgemagert, sondern hatte auch noch die gefürchteten Streifenmasern bekommen.
„Ich bin doch nicht krank“, wehrte sich das Elefantenmädchen mit weinerlicher Stimme, weil die anderen sie zum Liegen zwingen wollten. „Ich sehe nur endlich schlank genug aus, um
an der Misswahl teilzunehmen, die nächste Woche stattfindet.“
Das Zebra erkannte sofort das vertraute Muster seiner Streifen. „Haltet den Dieb! Der Elefant hat meine Streifen gestohlen!“, rief es laut zu den Elefanten hinüber.
Als das Elefantenmädchen das nackte Zebra erblickte, wurde es ganz bleich. Die anderen Elefanten blickten verwirrt von einem zum anderen.
Das Zebra ergriff die günstige Gelegenheit und schnappte sich seine Streifen zurück. Nun fühlte es sich auch nicht mehr nackt und schnell lief es in die Richtung seines eigenen Stalls. Im Wegrennen hörte es noch die vielen erstaunten Ahhs und Ohhs der Elefanten, da das Elefantenmädchen nun gar nicht mehr krank und dünn aussah.

 

 

 


Ein Heim für Tiere

von Amelie (9), Sophie (11), Veronika (12)


Der Schäferhund Mister X war seit einer Woche in einem Tierheim und fand es dort ganz schrecklich. Das Fleisch schmeckte als ob es nie gelebt hätte und sein Käfig war so eng, dass in ihm nicht einmal ein Kaninchen Platz gefunden hätte. Am liebsten hätte Mister X die unfreundlichen Pfleger eingesperrt. So blieb leider Niemand als einzige nette Person übrig.
Niemand, das war die Katze aus dem Nachbarkäfig. Und das, obwohl Mister X Katzen eigentlich nicht ausstehen konnte. Keine, bis auf Niemand.
So kam es, dass Mister X mit Niemand den Ausbruch aus dem verhassten Tierheim plante.
Im ersten Ausbruchsversuch stellte sich Niemand krank. Das schlug allerdings fehl, da die Pfleger sich überhaupt nicht darum kümmerten.
Die zweite Idee, die Niemand hatte, war schon rigoroser: Niemand würde ein Feuer legen, damit alle Tiere aus dem Tierheim ausbrechen konnten.
Doch auch dieser Versuch misslang, weil weder Mister X noch Niemand Streichhölzer bei sich hatte, um irgendetwas anzuzünden.
Schließlich hatte Mister X die rettende Idee: Niemand sollte einen Tunnel graben und er wollte dabei kräftig mithelfen.
Gesagt, getan, und dieser Plan gelang dann tatsächlich: Als der Tunnel fertig war, ging Niemand voraus. Die anderen Tiere folgten und Mister X bildete das Schlusslicht.
So fand am Ende Niemand ein neues glückliches Heim, Mister X und die anderen Tiere auch.

 

 

 


Die Läuseverschwörung

von Benno (9), Lukas (10), Amelie (10), Veronika (13)


Als der Marienkäfer Otto an diesem wunderschönen Sommermorgen erwachte, hatte er einen Bärenhunger. Und das ist für einen Marienkäfer nun wirklich besonders viel. Sofort fielen ihm die zwei besonders fetten Läuse ein, die er am vergangenen Abend nicht mehr verspeist hatte, da er so satt gewesen war. Die wären jetzt genau richtig. Zumindest für den Anfang.
Kaum gedacht, flog er auch schon los, in Richtung des bei allen Marienkäfern berühmten Läuseplatzes. Dort setzte er sich auf sein übliches Landeblatt und sah sich um.
Was war das denn? Keine einzige Laus weit und breit! Was war da passiert? Ein Sturm, der alle weggefegt hatte? Aber den hätte er ja auch bemerkt haben müssen. Ebenso wie einen heftigen Regen. Und außerdem konnten sich die Läuse vor Regen ganz einfach schützen, in dem sie unter die Blätter krochen.
Vorsichtig schielte er nach unten. Nichts. Keine einzige Laus unter irgendeinem der Blätter.
Nachdenklich krabbelte Otto von seinem Landeblatt herunter und machte sich auf die Suche nach den verschwundenen Läusen. Weit konnten sie schließlich nicht sein, dachte er.
So gelangte er am Rosenstrauch immer weiter nach unten.
Plötzlich hörte er seltsame Geräusche. Was konnte das sein? Die Läuse? Dem musste er unbedingt auf den Grund gehen.
Nach kurzer Zeit erreichte er einen Baumstumpf, in dem sich viele kleine Fenster und eine einzige Tür befanden. Auch die Tür war so klein, dass höchstens eine Laus hindurch passen konnte. Stirnrunzelnd schaute Otto durch eines der Fenster und zuckte zurück.
Dort war tatsächlich sein Frühstück! Aber statt Pflanzensaft zu saugen, um schön dick zu werden, waren sie in allerhöchster Aktivität! Direkt vor ihm liefen die Läuse vom Abend zuvor auf einem Band, das sich unter ihnen wegbewegte und sahen schon viel weniger dick aus. Dahinter konnte er mehrere Läuse erkennen, die mit ihren Beinchen angestrengt zwei Rosendornen stemmten. Wieder andere hüpften wild auf einem Stück Rinde herum. Und dann erblickte er gar ein paar Läuse, die sich auf einem selbst zusammengebastelten Fitnessrad abstrampelten.
Bevor Otto überlegen konnte, was das alles bedeuten sollte, wurde er entdeckt. Mehrere Läuse grinsten und winkten zu ihm herüber. Dann hoben sie ein Transparent hoch, das sie lachend in seine Richtung schwenkten. Langsam buchstabierte Otto den Text:
„Fitnesscenter für Läuse gegen Marienkäferattacken“.

Fassungslos schüttelte er den Kopf. Was sollte er nun tun? Schnell erkannte er, dass er weder in das Fitnesscenter eindringen, noch die Läuse von ihrem Training abhalten konnte. Doch dünne
Läuse waren für ihn völlig uninteressant. Etwas ratlos wandte er sich von dem Fenster ab.
Dann strahlte er. „Werde ich eben Vegetarier!“, entschied er und machte sich schnurstracks auf neue Futtersuche.

 

 

 


Der Kreisel von Nold-China

von Emil (8), Juliana (10), Livia (11), Amelie (12), Luca (13), Veronika (14)
 

Es war einmal ein junger Baum, der eine herrliche Aussicht auf eine Lichtung mit See hatte. Dieser ausgesuchte Platz ließ ihn zu einem gesunden, kräftigen Baum heranwachsen, den besonders viele Tiere wie Ameisen, Schmetterlinge, Mäuse, Singvögel, eine Eule, ein Igel, Hasen und zwei Eichhörnchen im Laufe der Jahre zu ihrer Wohnung auserkoren hatten. Das machte
den Baum zu einem besonders glücklichen Baum, der sich vor nichts fürchtete.


Eines Tages kam ein Specht mit Reisekoffer des Weges und sagte: „Ich bin auf Leisen und blauche eine Bleibe.“
„Was bist du denn für ein komischer Kauz?“, knurrte der Baum.
„Was knullst du denn so?“, erwiderte der Specht. „Ich bin der Kaisel von Nold-China. Ich bitte um Lespekt!
„Lespekt gibt es hier nicht“, sagte der Baum „und Kreisel von Nold-China brauchen wir nicht.“
„Du bist abel ein Gliesglam. Ich will doch nul übel Nacht bleiben.“ Der Specht hängte seinen Reisekoffer an einen Ast.
„Dann musst du warten bis eine üble Nacht kommt“, antwortete der Baum.
„ Ja, danke, dann walte ich“, sagte der Specht, schloss den Schnabel und starrte den Baum an.
„Okay, oben in meinem Stamm ist noch eine freie Höhle“, seufzte der Baum. „Aber bitte nicht zu heftig walten, sonst weckst du die anderen“, ergänzte er vorsichtshalber noch.
Ohne ein weiteres Wort flog der Specht zur Höhle hinauf. Gleich darauf versuchte er im Sturzflug seinen Koffer zu holen, sauste aber vorbei und machte eine Bruchlandung in das weiche
Moos am Fuße des Stammes.
„So schnell musst du nun ja nicht wieder abreisen“, bemerkte der Baum.
Der Specht rappelte sich zeternd auf und nahm den Rückweg zu Fuß. Kurz darauf kam er noch mal zurück, um diesmal endlich auch seinen Koffer mitzunehmen.
Nun kehrte Ruhe ein beim Baum. Pflanzen und Tiere waren in den Schlaf gefallen.
Doch dann:
„Borkenkäfer-Alarm!“, schallte es durch den Wald.
Der Baum wachte auf und zitterte wie Espenlaub.
Der Specht schaute aus Höhle und sah eine Borkenkäfer-Armee zielstrebig auf seine Unterkunft zusteuern.

Ihr Anführer rief: „ Volle Kraft voraus! Ab durch die Höhle!“
Der Specht freute sich: „Das ist ja komfoltabel. Das Flessen kommt fleiwillig in meine Schlafkammel.“ Und er sperrte seinen Schnabel auf.
„Genau durch diesen Tunnel!“, schrie der Anführer der Borkenkäfer.
Dann gab es ein Riesengedrängel bis schließlich auch der letzte Borkenkäfer im Magen des Spechts gelandet war.
Der Specht klappte seinen Schnabel zu und stöhnte: „Wegen Übelfüllung geschlossen.“ Dann schlief er ein.
Erst am nächsten Morgen stellte er fest, dass sein Bauch nicht mehr durch die Höhlenöffnung passte.
Der Baum zitterte immer noch und suchte hektisch nach den Borkenkäfern.
Der Specht rülpste und ein toter Borkenkäfer fiel zu Boden.
„Oh? Hast du etwa alle Borkenkäfer gefressen?“, fragte der Baum.
„ Ja. Millionen von Bolkenkäfeln. Abel jetzt muss ich leidel hiel bleiben, weil ich nicht mehl dulch die Tül komme.“
„Warum leider?“, fragte der Baum. „Der Kreisel von Nold-China ist hier immer willkommen!“
Und so blieb der Specht für immer in seiner neuen Wohnung, obwohl er sich nach einer Woche wieder frei bewegen konnte. Aber auch ihm gefiel seine neue Heimat, in der das Fressen von
allein zur Tür hereinspazierte, sehr.

 

 


 

Schwein gehabt

Veronika (15), Johanna (14), Amelie (12), Isabelle (11), Emily (10), Emil (8)


In einem tiefen dunklen Wald lebte das Ferkel Drakula. Drakula hatte ein Problem. Bei Vollmond verwandelte er sich in einen Wolf. Dummerweise war er aber Vegetarier. Das hieß, als Wolf
mochte er nichts fressen. Dadurch wurde die Zurückverwandlung in ein Schwein von Mal zu Mal schwerer.
Eines Morgens war Drakula nach der Rückwandlung so geschwächt, dass er beschloss sich Hilfe zu holen. Während des Frühstücks dachte er darüber nach, wer ihm helfen könnte. Schließlich fiel ihm der allseits bekannte Zauberhase Kasimier ein.

Nach einem ausgiebigen Mittagsschläfchen machte er sich auf den Weg, ihn zu suchen. Als ihm vor lauter Suchen die Füße so weh taten, dass er schon aufgeben wollte, stand Kasimier plötzlich vor ihm und fragte: „Wie kann ich dir helfen, Drakula?“
Drakula flehte: „Großer Zauberer Kasimier, du allmächtiger Wunderhase, kannst du mich bitte von meinem Werwolfdasein erlösen?“
Kasimier antwortete: „ Ich kann dich nicht erlösen, aber ich kann dir sagen, wie du dich selbst erlösen kannst.“
Drakula sah ihn mit großen Augen an und wartete.
Kasimier sprach: „Du musst ein Stück Schweinefleisch fressen, dann bist du erlöst.“
Drakula wurde blass. „“Iiiiiiihh!!!! Gibt es keine andere Lösung? Ich bin doch Vegetarier!“
Kasimier schüttelte den Kopf. „Nein“, sagte er und verschwand.
Drakula blieb betroffen zurück und überlegte, was er tun sollte. Seine Not aber war so groß, dass er sich überwand und zum Schweinefleisch fressen entschied. Allerdings wollte er dafür
kein Schwein töten, sondern sich das Fleisch bei der Metzgerei, die am Waldrand stand, besorgen.

Als lebendes Schwein in eine Metzgerei zu spazieren, erschien ihm jedoch zu gefährlich. Er wollte aber auch nicht warten, bis er wieder ein Werwolf war, also beschloss er, sich das Fleisch
nachts zu holen und lief gleich los. Das Fleisch zu besorgen, war dann auch kein Problem, weil
ein Fenster der Metzgerei offen stand, es dann zu fressen allerdings schon: Drakula fand das Fleisch so widerlich, dass ihm schon bei dem Gedanken, ein Stück abzubeißen, schlecht
wurde.
Da kam ein Dackel um die Ecke und fragte ihn, was er da täte. Betrübt erzählte ihm Drakula die ganze Geschichte.
Der Dackel sagte: „Ich habe eine Idee. Wenn du mir dein Stück Fleisch gibst, verrate ich sie dir.“

„Nein, erst deine Idee, dann kannst du das Fleisch haben“, sagte Drakula.
„Der Dackel antwortete: „Geh dort um die Ecke, da liegen auf einem Grill noch ein paar übriggebliebene Bratenstücke. Die werden dir schmecken. Ich kann da leider nicht dran.“
Drakula ließ das rohe Fleischstück fallen, rannte zum Grill und probierte von dem Braten. Das war gar nicht so übel, also fraß er den ganzen Rest auf.
Er großes Glücksgefühl durchströmte ihn, nun war er erlöst.

 

 

 


Der verzweifelte Gleff

Veronika (15), Johanna (14), Carl (14), Amelie (12), Isabelle (12),
Jonas (12), Juliana (11), Emil (9)

 

Gleff fühlte sich elend. Sein Boa-Schlangenschwanz häutete sich wieder einmal. Sein Rücken schmerzte sowieso seit Wochen. Auch deshalb wollte er endlich mal wieder fliegen können. Aber mit dem Flügel eines Kolibris und dem eines Weißkopfseeadlers konnte er nicht einmal mehr vom Boden abheben, ohne gleich auf die Seite zu plumpsen. Beim Aufstehen behinderten ihn dann seine beiden Vorderbeine von Dackel und Flamingo. Da konnten ihm auch die beiden starken Hinterbeine von Giraffe und Elefant nicht helfen. Sein eigener schwerer Ungeheuer-Rumpf geriet sogleich in Schieflage und machte die Rückenschmerzen nur noch schlimmer. Die Mähne seines Löwenkopfes trug auch nicht dazu bei, sich wohler zufühlen, denn sie hing ihm permanent über die Augen.
Er verfluchte den Tag, ab den er seine eigenen praktischen Körperteile mit denen der anderen Tiere getauscht hatte, weil er dachte dass er auf dieses Weise leichter Freunde finden könnte. Denn so hätte er jede Menge Verwandte, hatte er gedacht. Doch auch das hatte sich als Irrtum erwiesen. Am liebsten hätte er seine eigenen Körperteile alle wieder zurück, doch wie sollte er das anstellen? Fliegen ging nicht und laufen nur unter großen Strapazen und Schmerzen.
Während er in diese trüben Gedanken vertieft im Eingang seiner Ungeheuerhöhle lag, kamen zwei riesige Flügel den Hang herauf gekrochen. Gleff riss die Augen auf. Dann versuchte er
sich mit einem Satz in Sicherheit zu bringen und landete auf dem Rücken. Aus dieser Perspektive sahen die Flügel noch bedrohlicher aus.
Als die beiden Flügel schließlich vor ihm standen, erkannte er den Kolibri und den Weißkopfseeadler.
„Gib mir bitte meinen Flügel zurück“, kreischte der Weißkopfseeadler.
„Aber sofort!“ zwitscherte der Kolibri.
„Aber klar doch“, rief Gleff, machte einen Luftsprung und landete auf seinen vier verschiedenen Beinen.
Gesagt, getan und erleichtert flogen der Weißkopfseeadler und der Kolibri davon.
Gleff schaute ihnen sehnsüchtig nach. Dann wurde ihm bewusst, dass er ja nun auch wieder fliegen konnte und er machte sich auf den Weg, um auch seine anderen Körperteile
zurückzutauschen.
Als erstes kam er zum Dackel, der bereitwillig sein Bein zurücknahm, da er selbst mit Gleffs Vorderbein nicht mehr hatte laufen können. Auch der Flamingo sträubte sich nicht, da er mit dem Ungeheuerbein weder laufen noch fliegen konnte. Mit der Giraffe und dem Elefanten ging es ihm ähnlich, denn auch ihnen waren die großen Ungheuerbeine lästig geworden.
Die Boa kam ihm sogar entgegen und seufzte: „Endlich bringst du mir meinen Schwanz wieder! Wegen deines kurzen Schwanzes musste ich Vegetarierin werden. Außerdem konnte ich mich nicht häuten noch wachsen.
Nun fehlte nur noch der Löwe. Doch je näher er ihm kam, um so mehr zittertet er. Da saß ein imposanter Löwenkörper, der ihn aus einem qualmenden Ungeheuermaul anfauchte: „Hau ab! Deinen Ungeheuerkopf gebe ich nicht mehr her. Mit ihm haben alle Tiere noch mehr Respekt vor mir und Beute greifen ist auch viel leichter.“
Gleff wich zurück.

Das Löwenungeheuer schickte ihm noch ein paar Flammen hinterher.
Gleff war verzweifelt. So bekam er seinen Kopf nicht zurück. Was konnte er nur tun? Wo war denn nur sein alter Mut? Dann würde er wenigstens um seinen Kopf kämpfen.
Da ihm fiel das Mädchen Olivia ein, mit der er sein Gemüt getauscht hatte, um ein sanftmütiger Geselle zu werden. Die müsste dabei wohl auch seinen Mut erhalten haben. Sofort machte
er sich auf den Weg.
Nach langer ergebnisloser Suche, die er schließlich enttäuscht aufgab, fand er Olivia weinend vor seiner eigenen Höhle. Olivia hatte sich verliebt. Doch ihre etwas derbe Art mit dem Ungeheuergemüt hatte den jungen Mann abgeschreckt. Gern war sie deshalb bereit ihr altes Wesen zurückzunehmen, selbst wenn sie damit auch ihre frühere Ängstlichkeit zurückbekommen
würde.
Kaum war der Tausch vollzogen erhob Gleff sich in die Lüfte. Sein Weg führte ihn geradewegs zum Löwen.
„Mein Name ist Gleff. Gleff Bodwek!“, brüllte er.
„Was? Du bist das schreckliche Ungeheuer Bodwek?“, piepste der Löwe.
Kampflos tauschten die beiden ihre Köpfe und Gleff war endlich wieder der alte Gleff.
Und als Gleff einen Monat später Geburtstag hatte, tauchten ganz unerwartet alle Tiere und das Mädchen mitsamt ihrem neuen Freund bei seiner Höhle auf, um mit ihm zu feiern.

 

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sind sie noch heute unzertrennlich.
 

 

 


Tröti

Veronika (16), Saskia (14), Amelie (13), Jonas (13), Isabelle (12),
Isabella (11), Emily (11), Vanessa (10), Nina (10), Lea (9), Emil (9)


An einem besonders heißen Tag hatte Tröti, der kleine Elefant aus dem National Parc in Südafrika, Lust auf Baden. Also sprang er in einen Tümpel. Seine Eltern schauten ihm glückselig zu.
Um seine Eltern zu beeindrucken, tauchte Tröti ab, ließ aber seinen Rüssel an einer geschützten Stelle aus dem Wasser ragen. Er wollte so lange unter Wasser bleiben, bis sich seine Eltern Sorgen machten. Wenn sie dann nach ihm suchten, wollte er sie nass spritzen.
Doch nichts passierte.
Langsam schliefen Tröti die Beine ein, sein Rüssel wurde ihm immer schwerer. Wo blieben seine Eltgern? Wollten sie ihn etwa ertrinken lassen?
Schließlich tauchte er auf und machte „Tröt, tröööt. Warum sucht ihr mich nicht, ihr Egoisten? Trööö…“

Verdutzt schaute er sich um. Keiner mehr da. Keine Mama, kein Papa, kein Onkel Erwin, überhaupt kein Elefant mehr. Die ganze Welt schien ihn verlassen zu haben.

Ein Schmerz in seinem Hinterfuß ließ ihn endlich aufschrecken. Er stand auf einem glühenden Zweig. Erst jetzt bemerkte er, dass ringsum ihn herum alles verbrannt war. Ein Steppenbrand
hatte hier gewütet. Einen Moment bedauerte er, dass er dieses tolle Ereignis verpasst hatte. Dann fielen ihm seine Eltern wieder ein.

Er lief umher und rief nach ihnen.

Keine Antwort.

Dann stolperte er. Vor ihm lag Onkel Erwin.

Verkokelt.

Nicht weit entfernt sah er Tante Erna liegen.

Auch verkokelt.

Überall lagen tote Elefanten wie er jetzt erkannte.
Tränenblind drehte er sich um und rannte davon. Seine toten Eltern wollte er nicht auch noch sehen müssen.

Tagelang irrte Tröti durch verbrannte Steppen und Wälder und kam beinahe um vor Hunger und Durst. Vor Schwäche brach er schließlich zusammen. Ihm wurde schwarz vor Augen. Als er sie wieder öffnete, blendete ihn grelles Licht. War er etwa im Himmel gelandet? Es duftete auch so frisch nach saftigem Gras.
„Ach, sieh mal, er ist aufgewacht, Tom. Gerade wollte ich mir schon Sorgen machen.“
„Prima! Dann können wir ihn ja zu den anderen Elefanten bringen, Marc.“
Nun erkannte Tröti die Wildhüter des National Parc. Dann kam Leben in seine Beine und er stand auf. Die Wildhüter führten ihn zu einem Elefantengehege.
Da standen seine Eltern.
Mit übergroßer Freude liefen sie aufeinander zu.
„Tröööööt.“

 

 

 


Elfchen

Regelmäßig entstehen in gemeinschaftlicher Runde auch kleine Elfchen, Gedichte nach festen Regeln aus insgesamt elf Worten so wie diese hier:
 

Buch
hat Buchstaben
meistens viele Sätze
es kann spannend sein
Ende


Schelm
ist lustig
manchmal ein Narr
aber auch sehr listig
Eulenspiegel


Mango
zwei Bedeutungen
leckere gelbe Frucht
oder ein englischer Satz
man-go

 

 

Friedliche Adventstage

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