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Letzte Aktualisierung / Korrektur: 22.8.15

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Was macht Schwedenkrimis so beliebt?
Schweden-Krimi.pdf
PDF-Dokument [235.3 KB]

Was macht „Schwedenkrimis“ in Deutschland (u.a. Ländern) so beliebt?

 

von Rosemarie Benke-Bursian

Vortrag

 

vom 04.07.2015 in München

anlässlich des Regio-Treffens der

"Möderischen Schwestern"

-----   Übersicht   -----

 

 

1. Zum Begriff „Schwedenkrimi“    

 

2. Kennzeichen des „Schwedenkrimis“

 

3. Die Wurzeln des Schwedenkrimis

 

4. Der Erfolg

 

5. Erfolgsfaktoren / Gründe für die Beliebtheit

  

    a) Externe Erfolgsfaktoren       

        1) Marketing

        2) Verfilmungen
        3) Krimipreise
        4) Staatliche Literaturförderung
        5) Projektion / „Bullerbü-Syndrom“
        6) Der besondere Nährboden Deutschland

     - - -> Seite 2

b) Interne Erfolgsfaktoren
        These 1) Landschaftliche Gegebenheiten / Räume
        These 2) Winternächte / Mittsommernächte / Inspiration
        These 3) Fachwissen
        These 4) Realitätsnähe
        These 5) Polizeiromane / Polizeiarbeit
        These 6) Gesellschaftskritik
        These 7) Charaktere der Kommissare
        These 8) Spannung
        These 9) Weibliche Stars
        These 10) Handwerk und Stilmittel

 

6. Fazit und Ausblick

- - -> Seite 3

7. Quellen

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1. Zum Begriff: „Schwedenkrimi“    

 

Zum Begriff Schwedenkrimi gibt es (bisher) keine allgemeingültige Definition. Die Grenzen werden mal weiter mal enger gesetzt:

  1. = Krimis von schwedischen Autoren
  2. = Krimis aus ganz Skandinavien / Nordeuropa

 

"Schwedenkrimi" gilt damit auch als Synonym für „Skandinavienkrimi“ und „Nordischer Krimi“.

Zu diesen gehören Krimis aus:

  • - Schweden
  • - Norwegen
  • - Finnland
  • - Island
  • - Faröer Inseln
  • - Dänemark
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Manche grenzen allerdings die

dänischen Krimis

als weniger bis untypisch

für den Schwedenkrimi  aus.

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Dir Gruppe der „Schwedenkrimis“ wird dominiert von schwedischen und norwegischen Krimis. Daher wird der Begriff auch vorwiegend von der Literatur aus Schweden und Norwegen geprägt. Finnland und Island holen allerdings deutlich auf.

 

Der Begriff Schwedenkrimi bzw. Skandinavienkrimi dient vor allem Buchhandlungen und Bibliotheken als Schlagwort zur Katalogisierung von Kriminalromanen.
In der Literaturwissenschaft ist der Schwedenkrimi als Untergenre für Kriminalromane nicht gebräuchlich.

 


Im folgenden Vortrag bezieht der Begriff Schwedenkrimi ebenfalls die ganze nordische Literatur mit ein.

 

 

 

2. Kennzeichen des „Schwedenkrimis“

Die schwedische Kriminalliteratur ist durch besondere Vielfältigkeit gekennzeichnet - das gilt erst Recht, wenn man die gesamte skandinavische Literatur betrachtet.


Die Bücher sind nicht beliebig austauschbar, die Autoren schreiben gerade nicht immer wieder denselben Roman, in dem sie nur Ortsnamen und ein paar andere unscheinbare Details austauschen.
Die Vielfalt steigt aktuell weiter mit der Anzahl der Autoren aus den unterschiedlichen skandinavischen Ländern.

 

Was aber sind dann die besonderen Kennzeichen bzw. die Gemeinsamkeiten des typischen Schwedenkrimis, die ihn so erfolgreich machen?
Gibt es die überhaupt?

 

Wer nach Merkmalen von Schwedenkrimis sucht, stößt vor allem auf diese

 

3 Markenzeichen:

  1. Sie sind besonders gesellschafts- / sozialkritisch
  2. Die Kommissare sind eher Anti-Helden mit typischen Alltagsproblemen, und haben eine eigene Geschichte.
  3. Die Krimis besitzen - auch für die deutschen Leser - eine große Realitätsnähe.

Wie es zu dieser Charakterisierung kommt, ob sie berechtigt ist und ob es noch andere Merkmale gibt, zeigt ein Blick auf die Wurzeln bzw. Entstehungsgeschichte.

 

Ob diese typischen Merkmale auch wirklich für ihren Erfolg sorgen, zeigt die Recherche zu den Erfolgsfaktoren von Schwedenkrimis.

3. Die Wurzeln des Schwedenkrimis

Für den Ursprung des „Schwedenkrimis“ werden verschiedene Wurzeln ausgemacht.
Das hängt auch damit zusammen, dass die einen nach den Beginn des Erfolgs suchen, manche auch nach dem Beginn des großen Hypes und anderen nach den Wurzeln des Typus, der den Schwedenkrimi kennzeichnet.

1991: In sehr vielen Quellen wird Kommissar Wallander von Henning Mankell als Ursprung des Schwedenkrimis genannt.
Tatsächlich hat Mankell mit seiner Figur des Kommissar Wallander dem Schwedenkrimi weit über die Landesgrenzen hinaus einen gehörigen Schub verpasst. Seine Krimis gehören in Deutschland zu den bekanntesten Schwedenkrimis und haben viel dazu beigetragen, diese besonders beliebt zu machen.
Mankell dient daher auch vielen Analytikern als Grundlage, um den typischen Schwedenkrimi zu charakterisieren.

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2005: Manch einer bezeichnet gar Stieg Larsson als Vater der Skandinavienkrimis, da er durch seine Millennium-Trilogie einen richtigen Hype auslöste und den nordischen Krimis zum endgültigen Erfolg verhalf.
Seine Figur Lisbeth Salander wurde sogar modisch für viele zum Vorbild und machte die Millennium Serie auch zu einem Lifestyle-Krimi.
Allerdings ist der Erfolg dieser Serie insofern auch ein Sonderfall, als Larsson noch vor Fertigstellung der gesamten Serie verstarb. Für die Vermarktung war das im Grunde ein Glücksfall.

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1965: Eigentlich liegt der Ursprung der Schwedenkrimis jedoch viel früher: bei Maj Sjöwall und Per Wahlöö. Sie veröffentlichten 1965-1975  eine 10-bändige Krimiserie mit Kommissar Beck („Roman eines Verbrechens“), welche den bisherigen Schwedenkrimi reformiert und revolutioniert hat, denn bis dahin herrschte in Schweden die englische und kleinstädtische Krimi-Tradition vor.
Sjöwall/Wahlöö gelten als Urahnen des Typus Schwedenkrimi, da sie die gesellschaftskritische Komponente für nordische Krimis zum Markenzeichen erhoben. Auch Mankell übernahm in seinen Krimis dieses Konzept der Gesellschaftsanklage.

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1986: Einen ganz anderen Ursprung für den heutigen Schwedenkrimi und seinen Erfolg machen manche Zeitgenossen auch im Attentat auf Olof Palme aus, denn das hat die Schweden aus ihrer „Idylle“ gerissen und in Schockstarre versetzt. In dieser Nacht verlor Schweden seine Unschuld, heißt es. Bis dato konnte ein Ministerpräsident ins Kino gehen wie ein ganz normaler Bürger.
Dieser Mord wurde zu einer Art „Urszene“ in Schwedenkrimis, zu einem Leitmotiv, das manche zu einzelnen Szenen (u.a. auch Stieg Larson) inspirierte und über das andere ganze Bücher schrieben wie

Leif G. W. Persson - Kriminologe, Berater des Justizministeriums und Teil der gewaltigen Ermittlungsmaschinerie.

Sein späterer „Palme-Krimi“ machte ihn zum Millionär.
Das Attentat wurde bis heute nicht aufgeklärt, was die Verschwörungstheorien beflügelt, denn der Verdacht, dass von staatlicher Seite her etwas vertuscht würde, wurde schon früh vermutet.

Das Misstrauen gegenüber staatlichen Behörden und Polizei ließ sich nicht mehr wegdiskutieren.

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Die Illusion, auf dem Weg zu einer guten Solidargemeinschaft zu sein, schlug um in Verbitterung über die gesellschaftlichen Verwahrlosungserscheinungen und den offensichtlichen Anpassungsschwierigkeiten einer ehemals offenen Gesellschaft an neue Herausforderungen, wie sie die Globalisierung mit sich brachte.
All dies prägte fortan nicht nur die Krimis der Schweden, sondern von ganz Skandinavien.

1839/1893/frühes 20. Jahrhundert: Die skandinavische Kriminalliteratur hat durchaus „Großeltern“ in eigenen Landen, renommierte Krimiautoren, die bereits sehr viel früher Höhepunkte für die skandinavische Krimnalliteratur setzten.
Zu ihnen zählen Mauritz Christopher Hansen mit seiner Detektivgeschichte "Mordet paa Maskinbygger Roolfsen“(1839)  und Prins Pierre mit seinem "Stockholmsdetektiv" (1893).
Zu Beginn des 20. Jhd. kam es mit den Detektivgeschichten von Sven Elvestad  und Frank Heller zur ersten Blütezeit von Skandinavienkrimis. Allein Elvestads Geschichten und Romane wurden in 17 Sprachen übersetzt.

 

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Damit lässt sich für die Skandinavienkrimis eine Zeitachse erstellen, die durch mehrere Meilensteine gekennzeichnet ist, die jeweils Startpunkt eines neuen Schubs Richtung Verbreitung und Erfolg bedeuteten:

 

1839-—-> 1900 - - - - 1965 ———-> 1986 ——-> 1991 —--> 2005 ——------> 2010
(1. Blützeit )- - -(Sjöwall/Wahlöö) >(Attentat) > (Mankell) >(Stieg Larsson)>(Vielfalt)

4. Der Erfolg - in Daten und Fakten

Schweden stellt auch mit Abstand die meisten Krimiautoren. Aktuell sind rund 150 Autoren und Autorinnen aus Skandinavien - inklusive Finnland und Island - mit Krimis auf dem deutschen Markt präsent, davon ca. 70 aus Schweden.

In Schweden wurden in den letzten zehn Jahren konstant gut 200 Krimis jährlich veröffentlicht, in den skandinavischen Ländern insgesamt rund 300 Krimis.

„Made in Sweden" ist mittlerweile zum Gütesiegel geworden, der Krimis aus Schweden / Skandinavien generell zu Export- und Verkaufsschlagern macht.

Persson wurde allein durch seinen „Palme-Krimi“ zum mehrfachen Millionär. Mankells Bücher verkauften sich bis 2010 weltweit rund 38 Mio Mal. Die Millennium-Bände von Larrson 28 Mio Mal bis 2010 und  60 Mio Mal bis 2012. Jo Nesbø verkaufte bis 2012 weltweit 14 Mio Exemplare, 3 Mio davon in Deutschland.

Der schwedische Autor Jan Guillou hat im eigenen Land die 10-Millionen-Marke geknackt - und das bei nur 9,3 Millionen Einwohnern.

Es gibt rund 15 skandinavische Autoren, die so bekannt sind - Hakan Nesser, Jo Nesbø, Liza Marklund, Jan Guillou, Arne Dahl, Jussi Adler-Olsen, Anne Holt u.a.m. - dass ein neues Buch von ihnen auf dem Heimatmarkt auf Anhieb 150.000 Exemplare blind verkauft und später nicht selten die 400.000 Marke erreicht.

Der Schwedenkrimi hat sich nicht nur in Europa verbreitet, sondern erobert seit 2006 auch den amerikanischen Markt. Mankell erstürmt die Bestsellerlisten, Stieg Larsson hat sich auch hier millionenfach verkauft.

Die deutschen Leser scheinen für die Schweden nach wie vor die wichtigste Hürde zu sein, die sie nehmen müssen, um auch in anderen Ländern Erfolg zu haben.

Es gibt kaum Bestsellerlisten in Deutschland auf denen kein Schwedenkrimi unter den Top 10 zu finden ist.

Finnland holt in Sachen Krimis deutlich auf. Während Mitte der 90-Jahre noch ca. 20 Bücher jährlich auf den Markt kamen, sind es inzwischen > 90 Krimis. Und immer mehr finnische Kriminalromane werden ins Deutsche übersetzt, wo sie den etablierten Autoren aus Schweden und Norwegen zunehmend Konkurrenz machen.

 

 

5. Erfolgsfaktoren /

Gründe für die Beliebtheit

Für den Erfolg der Schwedenkrimis werden viele Gründe genannt, die wiederum sehr kontrovers diskutiert werden - sowohl in Skandinavien als auch hierzulande.
Manch einer meint auch, dass der Erfolg - vor allem der in Deutschland - eigentlich gar nicht erklärbar sei. Zitat Hakan Nesser: „Unsere einzige Gemeinsamkeit besteht darin, dass wir ursprünglich alle in unserer Muttersprache Schwedisch schreiben. Das ist alles. … Ich frage mich selbst oft: Warum mögen Deutsche uns so sehr?“

 

Ja warum?
Dieser Frage bin ich mit Hilfe einer intensiven Recherche auf den Grund gegangen.
Die Ergebnisse haben mich teilweise selbst überrascht. Hier sind sie:

Ergebnisse der Recherchen

 

 

Um die vielen Aspekte übersichtlicher zu gestalten haben ich sie in zwei große Kategorien unterteilt, die sich grundsätzlich unterscheiden lassen:

 

a) Externe Erfogsfaktoren = alle Maßnahmen, die unabhängig vom Inhalt dazu dienen, den Schwedenkrimi als solches und / oder  ausgewählte Exemplare bekannt und berühmt zu machen, so dass sie als Zugpferde für die ganze Gattung dienen können.

 

b) Interne Erfolgsfaktoren = alle inhaltlichen Charakteristika, welche den Krimi sowohl als Einzelexemplar als auch als typischen Vertreter der Gattung Schwedenkrimi beim Leser, Kritikern und Rezensenten beliebt werden lassen, wodurch Nachkäufe und Weiterempfehlungen die Gattung Schwedenkrimi bekannt werden lassen.

------  a) Externe Erfolgsfaktoren  ------

1) Marketing: Jedes Jahr strömt eine stetig wachsende Anzahl an Kriminalromanen auf den deutschen Buchmarkt (Stand 2003: 1375 Veröffentlichungen). Selbst der größte Krimifan kann diese Menge nicht bewältigen, er muss eine Auswahl treffen und dafür braucht er Entscheidungshilfen.


Alle Marketingmaßnahmen zielen damit darauf ab, dem potentiellen Leser bei seiner Entscheidungsfindung entsprechend zu Gunsten des jeweiligen Verlages / Buches zu beeinflussen, in dem über Werbung, Buchbesprechungen, Lesungen, Rezensionen etc. auf das Buch aufmerksam gemacht wird.  

 

Die Maßnahmen, die für die Krimis von Mankell unternommen werden, entsprechen denen, die allgemein für Bestsellerautoren eingesetzt werden: Hardcover plus Taschenbuchauflage, Poster, spezielle Verkaufsboxen und Buchpakete für den Buchhandel, Anzeigen in renommierten Zeitschriften (z.B. Brigitte) und der Branchenpresse (Börsenblatt für den dtsch. Buchhandel), Give-Away-Lesezeichen, Werbung über elektronische Medien, Infoscreens in Großstädten, TV-Werbung, Vorabdruck in Zeitschriften (Stern).

 

Eine Sonderbehandlung der Schwedenkrimis konnte hier nicht ausgemacht werden, insbesondere keine besonderen Aktionen, die auf eine Förderung von „Schwedenkrimis“ oder „Skandinavienkrimis“ abzielten. Vom Buchhandel werden vor allem die Autoren mit ihrem prominenten Namen als Zugpferde beworben.

 

Wohl aber scheint die Kategorisierung im Buchhandel bzw. die Empfehlung als Schwedenkrimi per Mundpropaganda zu einem eigenständigen Kaufreiz geworden zu sein.
So ergab eine 1999 durchgeführte Leserumfrage, dass Mankells „Fünfte Frau“ vor allem durch Mundpropaganda in die Bestsellerlisten kam. Nur ca. 5% der befragten Leser waren über die Werbemaßnahmen auf den Krimi aufmerksam geworden.

2) Verfilmungen: Bücher, die verfilmt werden, erhöhen üblicherweise die Nachfrage im Buchhandel. Das gilt auch für Krimis bzw. die Schwedenkrimis.
So konnte nach der Ausstrahlung der Mankell Romane im TV noch einmal ein deutlicher Verkaufsanstieg bei den Büchern verzeichnet werden.

 

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3) Krimipreise: Preisverleihungen dienen per se dazu, für ein Buch Aufmerksamkeit zu gewinnen und einen Kaufreiz zu setzen.
Je gezielter ein Preis ausgelobt wird, um so stärker kann die entsprechende Richtung bzw. das Genre gefördert werden. Daher gibt es nicht einfach Literaturpreise, sondern unter anderem Krimipreise, welche die Kriminalliteratur fördern sollen.

 

Am Beispiel der Schwedenkrimis kann gezeigt werden, wie wichtig die Kriterien für so eine Preisverleihung sein können:
In Schweden gibt es seit 1971 einen renommierten Literaturpreis für Kriminalliteratur. Er wurde für Krimis in schwedischer Sprache ausgelobt. In der ersten Zeit gewannen jedoch nur internationale Schriftsteller, deren Romane in schwedischer Sprache erschienen waren, diesen Preis.

Kein schwedischer Autor konnte sich gegen die ausländische Konkurrenz durchsetzen.


Um die inländische Kriminalliteratur zu fördern, gibt es daher seit 1982 eine Auszeichnung für den besten Kriminalroman eines schwedischen Autors / einer schwedischen Autorin.

Daneben wird auch der „Beste schwedische Erstlingsroman“ ausgezeichnet. Und es gibt Auszeichnungen für das (kriminalistische) Lebenswerk, eine besondere „Ehrung für Verdienste in der Kriminalliteratur,“ sowie einen Preis für das „Beste Sachbuch über Verbrechen und Verbrechensverfolgung“.  

 

Unter den Preisträgern für den "Besten schwedischen Krimi" findet sich viel Prominenz.

Die folgende Liste zeigt, welche der schwedischen Gewinnertitel ins Deutsche übersetzt wurden:

 

  • - 1982 Leif G. W. Perssen (Dtsch. Titel: In guter Gesellschaft)
  • - 1988 Jan Guillou (Im Interesse der Nation)
  • - 1989 Kjell Olof Bornemark (Schuldlos schuldig)
  • - 1991 Henning Mankell (Mörder ohne Gesicht)
  • - 1993 Kerstin Ekman (Geschehnisse am Wasser)
  • - 1994 Håkan Nesser (Das vierte Opfer)
  • - 1995 Henning Mankell (die falsche Fährte)
  • - 1996 Håkan Nesser (Die Frau mit dem Muttermal)
  • - 1997 Åke Edwarson (Tanz mit dem Engel)
  • - 1998 Inger Frimasson (Gute Nacht, mein Geliebter)
  • - 1999 Sven Westerberg (In einer verschneiten Nacht)
  • - 2000 Aino Trosell (Solange das Herz noch schlägt)
  • - 2001 Åke Edwarson (Der Himmel auf Erden)
  • - 2002 Kjell Eriksson (Der Tote im Schnee)
  • - 2003 Leif G. W. Perssen (Eine andere Zeit, ein anderes Leben)
  • - 2004 Åsa Larsson (Weisse Nacht)
  • - 2005 Inger Frimasson (Der Schatten im Wasser)
  • - 2006 Stieg Larsson (Verdammnis)
  • - 2007 Håkan Nesser (Eine ganz andere Geschichte)
  • - 2008 Johan Theorin (Nebelsturm)
  • - 2009 Anders Roslund & Börge Hellström (Drei Sekunden)
  • - 2010 Leif G. W. Perssen (Der sterbende Detektiv)
  • - 2011 Arne Dahl (Gier)
  • - 2012 Åsa Larsson (Denn die Gier wird euch verderben)
  • - 2013 Christoffer Carlsson (Der Turm der toten Seelen)

 

Wie man gut sehen kann, wurden nur in den Anfängen einige Preisträger nicht ins Deutsche übersetzt (1983-1987, 1990 + 1992). Doch schon der erste Siegertitel erreichte auch den deutschen Markt und seit 1993 jedes der ausgezeichneten Bücher.

Auch unter den geehrten schwedischen Erstlingen (gibt es seit 1971 in unregelmäßigen Abständen) findet man alte Bekannte.

 

Dazu gehören beispielsweise Håkan Nesser (1993, Das grobmaschige Netz), Åke Edwardson (1995, Allem, was gestorben war),  Liza Marklund (1998, Olympisches Feuer),  Eva Maria Liffner (2001, Camera) Åsa Larsson (2003, Sonnesturm), Johan Theorin (2007, Öland).

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Auch diese Preisträger findet man seit 1993 gehäuft auf dem Deutschen Buchmarkt wieder.

Die Skandinavische Gesellschaft für Kriminalliteratur zeichnet jährlich mit dem gläsernen Schlüssel aus. Auch den heimste Mankell für seinen ersten Wallander-Krimi ein, ebenso wie er zweimal hintereinander den Preis "Bester schwedischer Kriminalroman" von der Schwedischen Akademie für Kriminalliteratur erhielt und ab da folgten die Preise im Jahrestakt.

Preise werden im Buchhandel auch als Verkaufsargument verwendet.

4) Staatliche Literaturförderung: Der Staat kann auf sehr unterschiedliche Weise die Literatur im eigenen Land fördern: Kulturelle / literarische Maßnahmen, Initiierung und / oder politische und finanzielle Unterstützung von Einrichtungen und Veranstaltungen (Bibliotheken, Buchmessen, Literaturhäuser, Literaturpreise, Literaturstipendien u.a.m. )
 

In Schweden gab es bis 2007 eine spezielle Art von Literaturförderung, welche vom Svenska Institutet vorgenommen wurde: eine Übersetzungsförderung.  Nach einer kurzen Auszeit hat der Kulturrat im Jahre 2008 diese Förderung wieder aufgenommen und bekommt dafür sowohl Gelder von der Regierung als auch seit 2009 von der EU (die EU hat inzwischen ein sehr umfangreiches Förderprogramm für unterschiedliche Literaturprojekte).
Diese spezielle Übersetzungsförderung sollen vor allem ausländische (selten auch schwedische) Verlage beantragen können, die auf diese Weise unterstützt werden, die schwedische Literatur ins Ausland zu befördern, in dem sie die kostspielige Übersetzung einsparen.
Entsprechend geförderte Werke haben somit eine gute Chance im Ausland erfolgreich zu werden, denn für einen Verlag ist die Vermarktung eines solchen Buches besonders lukrativ.

 

Eine Übersetzungsförderung für Schwedenkrimis wäre sicherlich ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor und vielleicht eine mögliche Erklärung für den großen Hype, den so manch einer eben nicht erklären kann.

 

Die Informationen hierzu waren gar nicht so leicht aufzustöbern, denn auf deutschen Seiten ist das eher kein Thema im Internet.
Außer zwei Quellen, die bestätigen, dass es diese Übersetzungsförderung gab und nach einer Auszeit aufgrund von heftigen Protesten, auch heute noch wieder gibt, war nichts aufzustöbern.

 

Daher habe ich mir Hilfe gesucht von jemand, der schwedisch kann.

Hier das Ergebnis dieser Recherche:

Die spezielle Übersetzungsförderung ist in Schweden in eine sehr allgemeine Förderung eingebunden, die den gesamten Bereich der Literatur betrifft. Diese Förderung wurde in den 70er Jahren eingeführt, als sich der Buchmarkt immer schwerer entwickelte  und weil man die Bücher viel zu teuer fand und daher ihre Verbreitung unterstützen wollte. Sie hat im Laufe der Jahre viele Veränderung erfahren, so wie sich auch der Buchmarkt immer wieder verändert hat, die Bücher immer billiger wurden.
Innerhalb dieser allgemeinen Literaturförderung wird die Übersetzungsförderung allerdings unter "ferner liefen" aufgeführt, so dass konkrete Daten zu den geförderten Titeln nicht zu finden waren. Es scheint zumindest so zu sein, dass sehr viel mehr Anträge eingehen als letztendlich auch bewilligt werden.

Seit 2008 gilt das Prinzip, dass in erster Linie kleine Verlage, welche eine Unterstützung nötig haben, gefördert werden sollen. Große Verlage sind von der Förderung weitgehendst ausgenommen, da diese üblicherweise ohne finanzielle Unterstützung auskommen. Auch Bücher mit kleinen Auflagen sowie Autoren, die noch nicht etabliert sind, sollen gefördert werden.
Vor allem aber möchte man die schwedische Gegenwartsliteratur bzw. das, was man unter guter bzw. gehobener Literatur versteht, fördern.
Die Anfragen / Anträge zur Übersetzungsförderung kamen in der Vergangenheit aus der ganzen Welt, hauptsächlich aus  und betreffen sowohl Fach- als auch Kinder- und Jugendbücher, Romane, aber auch Theaterstücke.

Spannungsliteratur hat dagegen kaum eine Chance auf Förderung, es sei denn dass das Buch dem Genre insgesamt eine neue Richtung gibt.
Schwedische Krimis sind dabei explizit von der Förderung ausgenommen, weil man der Ansicht ist, dass die sich sowieso gut verkaufen und die Verlage dafür keine Unterstützung brauchen.
Dieses Prinzip galt auch schon vor 2007, doch wie weit es  zurück geht, konnte nicht festgestellt werden. Es ging jedoch immer um Bücher, für die man eine Notwendigkeit erkannte.

 

Damit kann also nicht komplett ausgeschlossen werden, ob zu Beginn der 70er, 80er oder auch 90er Jahre die Krimis oder speziell Mankells Bücher eine solche Übersetzungsförderung erhalten haben.

Das erscheint zumindest nicht ganz unlogisch, da man die Krimis von einheimischen Autoren ja auch über die neue Ausgestaltung der Krimipreise gefördert hat.
Doch da diese Förderung nun schon lange nicht mehr für Krimis gewährt wird, kann dieser nachhaltige Erfolg der Schwedenkrimis und schon gar nicht der Hype um die Bücher von Stieg Larsson darauf zurückgeführt werden.

5) Projektion / „Bullerbü-Syndrom“: Für manche Analysten ist der schwedische Krimi-Erfolg auch eine Frucht des sogenannten „Bullerbü-Syndroms“. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein großes Interesse an Schweden und schwedischer Literatur. Vor allen den Deutschen wird nachgesagt, dass sie das Land Schweden geradezu idealisieren: Weite Natur, heile Welt, soziale Sicherheit. Das Idealbild einer intakten „Bullerbü-Welt“. Daher projizieren viele Deutsche auf Schweden ihre Heimatgefühle und Sehnsüchte, die im Nachkriegsdeutschland nicht mehr leicht zu befriedigen waren und sind.
Wenn in dieser - scheinbar - heilen Welt das Böse Einzug hält, wenn hier Morde passieren, ist das beängstigend und faszinierend zugleich, stockt dem Leser mit einem wohligem Schauer der Atem.
Ein durch hässliche Verbrechen angekratztes Idyll entwickelt einen eigenen magischen Sog.

Dazu kommt, dass Literatur aus Schweden seit Astrid Lindgren grundsätzlich einen hohen Stellenwert in Deutschland hat.

 

Allein die Tatsache, dass es sich um eine Übersetzung aus dem Schwedischen handelt, erhöht die Attraktivität eines Buchs im deutschen Buchhandel und setzt einen zusätzlichen Kaufreiz, egal ob es sich nun um einen Krimi handelt, eine Liebesgeschichte oder ein Kinderbuch.

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Der Verlust des Folkhem, von Gemeinschaft, ist allerdings seit dem Attentat an Olof Palme auch für die Schweden ein Thema. Sie betrauern den Verlust von sozialer Harmonie, die durch die neoliberale globalisierte Welt zerstört wird. Schweden ist europäisch geworden, auch was die Schattenwelt angeht.
Die Vertreibung aus dem Paradies ist zum Krimi-Bestseller in der eigenen Heimat geworden.

 

Der Erfolg im eigenen Land zieht grundsätzlich Blicke aus dem Ausland auf sich, weckt Neugier und Interesse, besonders in Deutschland wenn es sich um Schweden handelt.

6) Der besondere Nährboden Deutschland: Deutschland selbst hat offensichtlich einiges dazu beigetragen ein besonders guter Nährboden für Schwedenkrimis zu werden.
Die Entwicklung der Kriminalromane verlief nach Ende des Dritten Reiches eher schleppend und hinkte anderen Ländern deutlich hinterher, denn im Dritten Reich selbst kam sie so gut wie gar nicht vor. Schließlich war es schwer möglich über Mord und andere Verbrechen zu schreiben, wenn es solche Missstände schlichtweg nicht geben durfte. Davon erholte sich die krimalliterarische Szene nur sehr schwer. Noch 15 Jahre nach Ende des Dritten Reichs veröffentlichten viele deutsche Autoren ihre Krimis nur unter (meist englischen) Pseudonymen.

Das änderte sich erst gegen Ende der 60er Jahre. Deutsche Krimiautoren begannen nun wieder unter ihrem eigenen - deutschen Namen - zu veröffentlichen.

 

Doch der Markt war bereits erobert - durch Krimis aus dem Ausland (England, Frankreich, USA), die vom zunehmend boomenden Krimimarkt entsprechend stärker profitierten als die gerade sich entwickelnde Krimikultur im eigenen Land.

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Nach wie vor erschwerte auch der anhaltende Kampf mit der eigenen Geschichte jede Kritik an Gesellschaft, Staat und Regierung.

 

Krimis standen offiziell außerdem immer noch in der Ecke des „literarischen Schmuddelkinds“. Autoren und Leser frönten eher heimlich als offen ihrer Leidenschaft.

In den 70er Jahren stellten manche Kritiker den Krimi dann auf eine Stufe mit Kreuzwort-Rätseln. Begründung: Nicht die Kraft der Sprache fessele den Leser, sondern  die Einbindung in das Lösen eines Rätsels durch logische Denkübungen.  
Die für Deutschland so typische Unterscheidung von U- und E-Literatur trug das ihre dazu bei, den Krimi in die Ecke der trivialen und banalen Literatur zu verbannen, aus der er sich bis heute nicht wirklich befreien konnte.

So mauserte sich Spannungsliteratur in Deutschland erst recht spät zum Kassenschlager - ist aber heute, nach der erzählenden Literatur, sogar die umsatzstärkste Sparte innerhalb der Belletristik.

Doch gelesen werden vor allem die Importe aus dem Ausland, wo die Autoren sich viel früher und viel freier entfalten konnten.
Vor allem die vielen gesellschaftlich brisanten Themen, die sich unter anderem auch durch die Globalisierung ergaben, kamen in der deutschen Krimi-Literatur nicht vor.
In diese Lücke konnten die Schwedenkrimis stoßen, die ja bereits seit den 60er Jahren den Ruf des politischen Krimis besaßen und sozialkritische Themen aufgriffen, welche auch den Deutschen unter den Nägeln brannten.
Die Schwedenkrimis trugen somit auch dazu bei, den Krimi als Ganzes aus der Schmuddelecke zu holen, vom Stigma der Schundliteratur zu befreien. Doch wurde genau dieser Aspekt des „guten Krimis“ auch sehr schnell mit den Krimis aus dem hohen Norden verbunden.

Die Schwedenkrimis trugen somit auch dazu bei, den Krimi als Ganzes aus der Schmuddelecke zu holen, vom Stigma der Schundliteratur zu befreien. Doch wurde genau dieser Aspekt des „guten Krimis“ auch sehr schnell mit den Krimis aus dem hohen Norden verbunden.

 

Im Jahre 2003 stammten lediglich ca. 14% aller Neuveröffentlichungen aus der Feder einheimischer Autoren. Krimiliebhaber bevorzugen noch heute angloamerikanische und skandinavische Krimis. Motto: „Gute deutsche Krimis gibt es nicht.“
Ein Vorurteil, dass sich offensichtlich hartnäckig hält, obwohl der deutsche Krimi längst Bestsellerpotential hat und auch erfolgreich ist. Das hat einen weiteren typisch deutschen Grund: Sie boomen in erster Linie als Regionalkrimi!
Was mal als cleveres Vertriebskonzept aufgebaut worden war, ist für deutsche Autoren eine Fessel, die fast einer Katastrophe gleich kommt: Eine gesamtdeutsche Verbreitung wird erschwert bis unmöglich gemacht! Der Alpenkrimi kommt einfach nicht in die norddeutschen Buchläden und umgekehrt.
Noch schlechter für den „Krimiruf“: Von manchen Leuten wird der Regionalkrimi gar als neuer Heimatroman bejubelt.
Wer aber schon in Deutschland eher nur regional beachtet wird, hat international ganz schlechte Karten.

 

Und so boomen überregional weiterhin die Importe, kommt echte Spannungsliteratur aus dem Ausland, spielen sich die wichtigen, interessanten, gesellschaftskritischen und politischen Themen in den Schwedenkrimis ab.

 

Damit ist dieser Punkt nicht nur ein äußerlicher Erfolgsfaktor sondern eigentlich auch ein inhaltlicher.

Fazit: Es spricht einiges dafür, dass der Erfolg der Schwedenkrimis, gerade auch in Deutschland, durch diverse äußere Umstände bzw. besonders günstige Bedingungen zusätzlich gefördert wurde. Für den vorherrschenden Hype scheinen sie jedoch nicht ursächlich verantwortlich zu sein. Vielmehr sieht es so aus, als ob sie den Hype vor allem zusätzlich begünstigt und beschleunigt haben.

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